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Freitag, 16. August 2013

Angst vor dem Ungewissen

In letzter Zeit keimt in mir immer mehr der Gedanke auf, dass ich ja unglaublich viel und vor allem nur von mir selber rede. Vor allem denke ich inzwischen ziemlich bei jedem Gespräch das ich mit Freunden oder Bekannten führe darüber nach oder irgendwann schießt es mir durch den Kopf.

"Ich rede ja nur von mir und meinen Problem!"

"Selbst wenn man mir vorher was von sich erzählt, nutze ich das selber nur um wieder auf mich zurück zu führen und Vergleiche zu ziehen über mich und meine Probleme..."

"Stört es sie denn nicht irgendwann mal, dass ich die ganze Zeit immer nur von mir rede?!"

"Wollen sie nicht endlich mal mehr von sich selbst erzählen?!"

"Warum hören sie mir überhaupt die ganze Zeit zu?!"

"Reicht es ihnen nicht endlich mal, dass ich ständig nur von mir rede?"

"Soll ich sie besser drauf hinweisen? Soll ich das Reden über mich selber abbrechen, sofort einen Cut setzen und ihnen nicht besser anbieten, dass sie lieber was von sich erzählen sollen?"

Wirklich Leute, dass sind Fragen, die gehen mir ständig durch den Kopf. Grob zusammen gefasst und so nur anders formuliert. Aber ich meine diese Fragen wirklich sehr ernst. Ich mache mir dann sehr schnell Gedanken ob ich euch nicht damit schon nerve oder belästige? Vielleicht hört ihr ja auch nur aus reiner Höflichlkeit zu. Würdet ihr mir sagen, wenn ich zu sehr von mir rede? Wenn es euch zu viel wird? Dann tut das bitte auch. Denn ich kann es absoulut nicht begreifen, wie ihr mir immer und immer wieder zuhören könnt? Grade mal zwei Sätze, die hin und her gehen und ausgetauscht werden und schon rutsche ich wieder in meinem Redefluss und rede nur von mir! Was mir passiert ist, wie mein Tag war, was ich so mache etc...Aber was ist mit euch? Ich fühle mich ehrlich gesagt nicht so recht wohl, wenn ich nur von mir erzähle. Auch wenn ich das regelrecht brauche. Sonst explodiert mir der Kopf. Aber bitte, wie könnt ihr das nur ständig aushalten? Wieso sagt ihr nicht einfach, dass ihr genug habt? Wieso weíßt ihr mich nicht wenigstens darauf hin, dass ich ständig nur von mir rede und nicht mal auf euch eingehe? Das ich nicht mal frage wie es euch geht oder ähnliches?

Hin und wieder bringe ich noch ein "Wie war dein Tag?" raus oder "Wie geht es dir, was machst grade?" aber ganz ehrlich, dass ist an sich nur im ersten Moment, weil ich mich sehr schlecht fühle, wenn ich wieder von mir anfangen würde. Klar, ich höre euch gerne zu und ich rede auch intensiv mit euch über eure Geschichten, Probleme oder alltägliche, aber meistens ist es zu Beginn immer so, dass sich das Frage-Antwort-Spiel schnell wandelt. Ihr fragt mich wie es mir geht etc. und dann lege ich los und das zieht sich über Stunden hin. Ohne, dass ich euch mal an den Zug lasse. Ich rede die ganze Zeit nur von mir. Und es stört mich an sich extrem. Es ist wirklich erdrückend, wenn ich bemerke, wie sehr ich euch ein Ohr abkaue. Immer und immer wieder. Und ihr sagt einfach nichts. Ich weiß dann nur nicht, wie ich damit umgehen soll.

Denn ich kann es einfach nicht fassen und begreifen, dass ihr euch wirklich so extrem lange und viel Zeit für mich und meine Probleme nehmt. Ohne Gegenleistung, ohne was erwarten zu wollen. Einfach, weil ihr es gerne macht. Aber ich fühle mich da sehr schlecht euch gegenüber. Denn ich möchte euch gerne das zurück geben, was ihr mir so wertvollen gebt. Ein Ohr zum Zuhören.
Aber das klappt nie. Daher sauge ich all eure Probleme und Sorgen regelrecht auf, wenn ich einige von euch mal dazu bekommen habe, dass sich nicht ständig auf meine Dinge konzentriert wird. Auch wenn ich das wie gesagt auch sehr begrüße, denn ich brauche das einfach auch.

Doch es macht mich wahnsinnig. Ich bin so schrecklich verunsichert. Ich kann es eben echt nicht begreifen, wie man mir jeden Tag immer wieder aufs Neue so lange und geduldig zuhören kann. Wirklich, wenn ich an eurer Stelle wäre, wäre ich schon längst ausgetickt, hätte mich verpisst oder es einfach ignoriert. Aber das was ihr macht, ist einfach zu gut. Wie haltet ihr das nur aus?

Und sicher denkt ihr jetzt wieder, dass ich doch nen Knall habe was ich mir um solche Dinge Gedanken mache. Aber leider ist es so. Denn ich will wirklich niemanden zur Last fallen, niemanden mit meinem geistlosen Dreck langweiligen oder nötigen sich damit auseinander zu setzen. Daher grübel ich zusätzlich noch bei jedem Gespräch, ab wann es genug von meinen Schrott ist und meistens bin ich dann von mir selber so angepisst, dass ich dann schnell die Konzentration verliere und die Unterhaltung unterbrechen muss. Einfach, weil ich es nicht mehr aushalte es einfach zu akzeptieren, dass man mir wirklich vielleicht gerne zuhören möchte und sich für mich interessiert.

Das geht einfach nicht in meinen dummen Kopf, ohne das ich mir gleich wieder einen Strick daraus drehe und glaube man könnte es gegen mich verwenden. Etwas erwarten. Nichts tun, wenn man keine Gegenleitung will. Versteht mich da bitte nicht falsch. Ich will euch da nichts unterstellen oder Vorwerfen, gar anzweifeln, dass ihr mir wirklich gerne zuhört. Ich mache mir einfach nur sorgen. Denn ich bin so dermaßen genervt von mir und meinem Gerede, dass ich es euch eigentlich nicht aufhalsen will. Doch passiert das immer ganz automatisch.

Versteht ihr, ich kann einfach nicht aufhören zu denken, dass ich euch belaste. Oder das ihr denkt, ich bin extrem ich-bezogen. Der totale Egomane, der nichts anderes zulässt, außer sich selbst reden zu hören. Und hin und wieder bekomme ich sogar das zu hören. Das ich ich-bezogen bin und eingebildet oder was weiß ich nicht alles. Da wird mir dann schon eiskalt vor dem Latz geballert, wovor ich solche Angst habe und dann bekomme ich das einfach nicht mehr aus meinem Kopf raus und würde am liebsten gar nichts mehr sagen. Nur weil ich Bange habe, ich verliere euch mit meinem Verhalten, meinem Gerede und meinem selbstsüchtigen Denken.

Das lässt mich irgendwie nicht mehr los und ich musste das jetzt einfach mal ansprechen und raus lassen. Nur für den Fall, dass ihr euch irgendwann  mal wundert wieso ich vielleicht so komisch reagiere oder in und wieder in einem Gespräch, wo es nur über mich geht, ruckartig einen Cut setze.
Denn ich will doch nur nicht nerven. Es ist so furchtbar für mich abgewiesen zu werden und ich möchte es immer nur allen recht machen, damit man mich mag. Daher dieses Gespinne.

Aber gut, dass musste ich mal los werden. Nun könnt ihr wieder Kopf schütteln und mir Predigen halten, dass alles okay ist. Vielleicht glaube ich es dann mal endlich. :'( Und sorry für diese bösen, taktlosen Sätze. Ich denke leider einfach nicht nach, wie es dem anderen geht, wenn ich so im Redefluss bin. Noch etwas wo ich mich am liebsten vergraben und gar nichts mehr sagen möchte. Denn ich bin meister in Fettnäpfchen treten. Und das tut so weh, wenn man immer alles richtig machen will...Einige wissen schon, was ich meine...Und ich will euch nicht verletzen. Tue es aber unwissend weiß Gott, wie oft. Davon wird mir wohl nur nichts gesagt. Und das tut mir sehr leid.

Ich bin eben doch zu selbstsüchtig und ich-bezogen um zu realisieren wie es meinen Mitmenschen geht. *seufz*

Samstag, 11. Mai 2013

Zurück zum Sport oder doch lieber sein lassen?

Sportwahn oder doch berechtigter Wunsch dünner zu werden?

Seit Ende April bin ich ja wieder dabei mich etwas intensiver um meine Figur zu kümmern. Da ich, meiner Ansicht nach wieder ganz schön zu gelegt habe...
Oh ja, ich kann jetzt förmlich wieder das ganze Geschwafel und Geschleime hören! "Du bist doch nicht fett!","Du spinnst ja!","Wo willst du denn abnehmen?!","Du bist doch so hübsch und so dünn, dass hast du doch gar nicht nötig!" und all dieser Piss, den ich dann wieder zu hören kriege. Dazu noch das imaginäre Augenrollen und Kopfschütteln meiner Freunde.
Tja, aber wisst ihr was? Ich trage Hosengröße 42!! Und da passe ich grade so noch rein! Ich habe Probleme Hosen zu kaufen und eine Passende überhaupt zu finden! Ich kann keine Kleider tragen ohne das ich mich schämen muss und an den Beinen striemt und zieht es weil meine Oberschenkel einfach zu fett sind! Und dann wollt ihr mir sagen, ich bin hübsch und dünn?! Wo denn bitte?!
Den besten Beweis, dass ich eben doch fett bin und keine Modelfigur habe, keine schlanken Beine und auch kein Bein zeigen dürfte, lieferte mir eine damalige Freundin, die nun wirklich Modelmaße hatte, als sie mit den Fingern auf meine Oberschenkel piekste und sich köstlich amüsierte, dass das Fett ja so schön am wabbeln und springen war! Gut, dass hatte mich damals zwar sehr verletzt und schwer getroffen, aber sie hatte recht! Sie hat mir keinen Honig ums Maul geschmiert und zeigte mir somit die grausame Wahrheit! Etwas, dass ich bis heute bereits wusste!

Danach kam schon mal ein Sportwahn 2010, wo ich jeden Tag und ich meine echt JEDEN Tag eine Stunde Sport gemacht habe! Das klappte dann gut 9 Monate, doch einmal war ich dann zwei Wochen nicht zu Hause und schon ließ ich es wieder schleifen. Und nun bin ich da wo ich 2009 war! Ich wiege mittlerweile 65 Kilo. Oh Himmel ja, jetzt kommt wieder das Augenverdrehen von euch! Aber für mich und meine Verhältnisse ist das wahnsinnig viel! Und es stört mich ungemein! Ich sehe mich als zu dick an und ich will endlich wieder etwas dagegen tun! Auch wenn andere, die mehr wiegen wieder mit ihren blöden Sprüchen kommen, dass ich ja spinne und das ich ja mit dem Gewicht ein Traumgewicht habe. Ja, für euch mag das so sein, aber ICH fühle mich hässlich und fett damit! Und 65 Kilo sind ganz gewiss KEIN Traumgewicht! Das sind 58 Kilo oder 56! Nicht mehr und nicht weniger! Zumindest in meinen Verstellungen! Und ich würde gerne mal dort ankommen, aber das werde ich wohl nicht mehr schaffen, da ich wohl teilweise die Veranlagung zu einer fetten Hüfte habe und ganz nach meiner Mutter komme...

Und dennoch mache ich nun wieder jeden Tag Sport. Ich versuche mich zu steigern, denn 40 Minuten am Tag reichen für mich kein bisschen! Das ist ein Witz! 1,5 Stunden wären toll und da will ich hin. Denn die Zeit habe ich ja. Nur die Lust ist kaum da. Trotzdem mache ich jeden Tag wenigstens 40 min Sport.

Tja und dann sind da aber immer noch die Fragen, die ich mir seit einigen Tagen so oft stelle, warum ich das überhaupt mache? Jedes Mal, wenn ich mich beim Sport so quäle und schufte, stelle ich mir diese Frage: Warum?
Und für wen? Dann denke ich wieder drüber nach, dass ich doch kein dicker Mensch bin. Das ich doch eigentlich so mit mir zufrieden sein könnte und das ich mich ja eeeiigentlich völlig so mag, wie ich bin...Und dann irgendwann kommt wieder die Gegenattacke, die in mir den Ehrgeiz antreibt unbedingt schlanker zu werden.
Und warum? Ja, da fallen mir einige Antworten ein! Und das Schlimmste, ich mache das nicht mal für mich! Nein, ich will es einigen Leuten damit beweisen! Vor allem einen Kerl, auf dem ich seit Tagen den totalen Hass schiebe! Ich weiß nicht warum ich das tun will, denn ich wollte ja nie was von ihm. Trotzdem will ich ihn zeigen, was er aufgegeben hat und was er hat fallen lassen, nur um sich auf eine andere Person einzulassen, die ihn anscheinend mehr gibt, als ich. Ja, der Grund warum ich mich so schinde ist irgendwie eine kleine Rache. Auch wenn ich es nicht offensiv darauf anlege und mir wohl zu viel einbilde, so racker ich mich nur deswegen so ab. Weil ich es ihm verdammt noch mal beweisen will, was er allein gelassen hat!

Und da haben wir es mal wieder! Die scheiß Kerle! Wegen denen tue ich mir so einen Mist an, fange an mich zu hassen, mich zu verachten und reagiere darauf wieder manisch mit Sportattacken....Und wegen der Top-Model-Barbie-Püppchen-Bitches auf der Straße, die mich immer so amüsiert und verachtend ansehen! ;)

Aber ein Glück ist es nicht das einzige, warum ich das mache! Andere Gründe, die mir einfallen sind, dass ich dadurch ja wirklich besser aussehe. Das ich mich durch den Sport wahrhaftig wohler fühle und mich echt mehr akzeptiere und mag! Das ist mir damals 2010 auch aufgefallen. Kaum hatte ich abgenommen, war ich stolz drauf eine Frau zu sein und habe mich in meinen Körper wohler gefühlt. Und dann die Tatsache, dass Sport auch gegen Depressionen hilft, wovon ich ja reichlich habe.
Ehrlich, seitdem ich Sport mache und sei es nur das bisschen, geht es mir vom Gesamtgemüt her noch besser und ich habe eine Aufgabe am Tag. Ein wenig Struktur, von der mir alle Welt immer erzählt, dass ich diese an den Tag legen soll und einen etwas besser geregelten Tagesablauf und das tut mir ebenfalls sehr gut.
Mal von meiner Gesundheit und meinen Rücken abgesehen, die sich genauso dafür bedanken!

Also ist der Sport, den ich mache, nicht nur etwas schlechtes und dient nicht nur als Racheakt für die scheiß Männerwelt oder um mir irgendwas zu beweisen. Grundsätzlich möchte ich mich einfach wieder mehr mögen. Und dafür quäle ich mich liebend gerne! Auch wenn es auf der anderen Seite auch wieder nur eine Form der Anerkennung und Akzeptanz ist, die ich von einigen dadurch haben will...

Da können meine Freunde und Familie es noch so gut meinen, dass ich ja nicht fett bin und das ich es nicht nötig habe. Denn das habe ich eben doch! Und ich nehme mir auch fest vor euch davon nicht mehr die Ohren vollzuheulen ich sei fett, sodass ihr erst dazu genötigt werden müsst, mir das Gegenteil zu sagen. Kann mir schon gut denken, dass ich euch echt damit auf den Wecker gehe. Aber dafür gibt es ja den Blog hier. Denn wenn ihr mir irgendwann doch wahrhaftig mal den Zuspruch geben solltet, dass ich fett bin, ist das ja auch wieder nicht das richtige. Daher erspare ich euch diese miese Zwickmühle und die Gewissensbisse.

Und keine Sorge! Ich übertreibe es nicht und ich esse nach wie vor ganz normal und auch oft total ungesund! Also habt keine Angst, dass ich demnächst vielleicht vor der Kloschüssel hänge und jeden Bissen wieder auskotze. Dafür bin ich viel zu geizig. Denn mein Geld ist mir heilig! Und am meisten gebe ich es wirklich nur für Lebensmittel aus. Da Essen zudem noch eine Art Hobby von mir ist. Also auch kein Wunder warum ich fetter und fetter werde. xD

So, dass wollte ich doch mal loswerden. Sicher habe ich wieder einiges vergessen, was mir später wieder keine Ruhe lassen wird und in meinen Kopf rumschwirrt, aber ich konnte mal wieder meiner Seele etwas Luft machen.

Haltet mich also bitte nicht für bescheuert, weil ich das mache. Versucht drüber hinweg zu sehen und es zu tolerieren. Denn ich versuche auf diese Weise ja nur mich mehr zu mögen und das kommt euch am Ende ja auch zu Gute.

-Dylan